Es ist nicht leicht, sein eigenes Wesen auf einer Seite zusammenzufassen, wenn man selber nicht so ganz weiß, wer man ist und vor allem nicht, wer man eigentlich sein will.
Ich selbst denke, ich bin irgendwie merkwürdig, verdreht, dunkel. Niemand, den man auf Anhieb mag und erst recht niemand, den man noch mag, wenn man ihn endlich kennengelernt hat. Ich bin ein Bündel von albernen Eigenschaften, verträumten Ideen und Ängsten, die mich daran hindern, sie auch nur ansatzweise umzusetzen. Ich glaube, ich bin leidenschaftlich. Entweder liebe ich etwas, oder ich hasse es. Ich liebe kleine Dinge, die glitzern und anderen eine Freude machen. Ich hasse es, in die Ecke gedrängt zu werden, allein zu sein und am allermeisten hasse ich mich selbst.

    

Es gibt Dinge, die mir sehr wichtig sind. Ich liebe meinen Freund über alles, der mir eine große Stütze ist und versucht, den Wahnsinn zu ertragen, der mich ohne ihn vielleicht schon verschlungen hätte. Ich wünsche mir, meine Zukunft auf die Reihe zu kriegen und meine Ausbildung erfolgreich zu beenden, um einmal in Sicherheit leben zu können. Weil ich nicht mehr abhängig sein möchte und nie mehr ertragen will, was meine Vergangenheit war.
Ich brauche Musik wie die Luft zum atmen. Auch wenn sie mir wieder und wieder den Atem raubt, wenn es den Künstlern gelingt, auszudrücken, was ich selber kaum zu fühlen wage. Und ich liebe die Momente, wenn man vor der Bühne steht und die Energie spürt. Wenn man für einen Abend vergessen kann, was an einem zerrt und reißt.

   

Diesen Blog gibt es, weil ich einen Platz zum reden brauche. Nur für mich. Jemand, der geduldig zuhört, auch wenn ich nur Unsinn zu sagen habe und jemand, der es versteht, wenn ich zwei Wochen alleine im Dunkeln leben muss. Ich fliehe vor der Welt. Immer und immer wieder. Und hier schreibe ich davon.

Verlassen sind wir doch wie verirrte Kinder im Walde. Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen? Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich?  Schon darum sollten wir Menschen vor einander so ehrfürchtig, so nachdenklich, so liebend stehn wie vor dem Eingang zur Hölle.

Franz Kafka

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I feel like a child
crying for nothing
yet my heart
is dying for real

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