Lieber tot

Ich fürchte mich so sehr vor dem Leben, dass ich es überhaupt nicht mehr hinbekomme, tatsächlich zu leben. Ich befinde mich nur noch in der Zukunft, bin immer dabei, mich zu sorgen, zu planen, zu fürchten um dann wieder zu verdrängen, bis alles wieder von vorn losgeht. Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass sowieso alles hoffnungslos ist, was die Angst nur noch weiter steigert und steigert und den ganzen Prozess immer mehr vorantreibt.

Die Gegenwart zieht währendessen an mir vorbei und wird bestenfalls ertragen. Als etwas, das leider unausweichlich ist. Als etwas, dem man nicht entkommen kann, egal wie sehr man es sich auch wünscht. Schlimmstenfalls suche ich die Isolation und vermeide alles, was sich irgendwie vermeiden lässt. Ich schließe die Augen, zähle bis zehn und hoffe, ich bin verschwunden.

Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal gut gefühlt habe. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal aufgewacht bin ohne mir zu wünschen, ich hätte es nicht getan. Ich weiß nicht, wann mein Leben das letzte Mal lebenswert war.

Die ganze Zeit ist da nur diese Anspannung, der Druck, die Angst. Ich habe ständig das Gefühl, als müsste ich die Luft anhalten, als dürfte ich nichts genießen, weil der Fall danach nur noch umso tiefer sein würde. Vor mir sehe ich nur die unendlichen Anforderungen, die das Leben an mich stellt, hinter mir sehe ich all meine Unzulänglichkeit, die mich wie eine Wand immer weiter auf den Abgrund zuschiebt.

Und immer wieder dieser eine Gedanke. Eigentlich wäre ich lieber tot.

Now playing: Schock - Am Ende
1.2.11 18:12


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I feel like a child
crying for nothing
yet my heart
is dying for real

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