Wahre Angst

Wieder einmal, zum tausendsten Mal, sitze ich hier und zweifle. Ich grüble, ich weine, ich zögere, ich verdränge, ich denke und schließlich zerdenke ich alles was war, aber ich finde keinen Sinn.

Ich laufe, ich renne, in Wahrheit fliehe ich... aber jedes Mal stolpere ich.

Über mich.

Ich falle hin und es tut weh, jedes Mal tut es so weh. Man sollte meinen (glauben? hoffen?), es würde irgendwann weniger weh tun, nicht mehr so schlimm sein. Aber es wird einfach immer schlimmer.

Dabei weiß ich nicht einmal, was schlimmer wird - der Schmerz, oder die Angst vor dem Schmerz. Ich weiß nur, dass es mich vollkommen lähmt.

Ich möchte aufstehen, weitergehen, weiterkommen, aber ich kann nicht. Die Angst vor der Welt lähmt mich. Die Angst vor den Aufgaben, denen ich nicht gerecht werde, den Hindernissen, die mich überfordern, den Ansprüchen, die ich nicht haben darf, den Schreien, die in mir sind und die niemals jemand sehen darf.

Wer weiß, was ich tun könnte, sein könnte, wenn ich es nur einmal durchziehen würde, ohne Zweifel, ohne Angst, mit allem was ich habe.

Aber vielleicht ist das auch meine größte Angst. Meine wahre Angst. Vielleicht fürchte ich mich am meisten vor der Erkenntnis, dass ich selbst dann, wenn ich es mit aller Kraft versuche, scheitern werde.

Vielleicht fürchte ich mich am meisten davor, irgendwann keine Ausrede mehr zu haben.

Now playing: Das Scheit - Come Undone
1.2.10 17:30


Was ich gerne wissen möchte.

Manchmal möchte ich gerne wissen, ob du mich gehasst hast, weil du nicht ertragen konntest, dass aus deiner Tochter ein Freak geworden ist (nicht perfekt) oder ob du insgeheim froh darüber warst und es noch forciert hast. Damit du nicht ansehen musstest, wie ich möglicherweise deine Träume verwirkliche.

Was war ich für dich? Hoffnungsträger, Symbol deiner Verluste, Bedrohung, maßlose Enttäuschung, ein Mittel zur Kompensation (ein Instrument) oder einfach nur lästig?

Was genau war es, das dich an mir so angewidert hat? Was machte mich weniger liebenswert, weniger menschlich? Was war es, das aus mir Kafkas Käfer (das Insekt) werden ließ?

Was?

Und hätte ich es (was?) irgendwie (egal wie) verändern, verhindern, beeinflussen, aufhalten, wieder gut machen oder wenigstens rechtfertigen können?

Ich möchte auch wissen, ob du noch an mich denkst und was du dabei denkst. Ob du bedauerst oder zumindest in Frage stellst oder ob du mich immer noch hasst und das gleiche undankbare Miststück in mir siehst, wie damals als ich ging.

Ich möchte wissen, ob du es überhaupt verstehst und ob es dich berührt. Lässt es dich völlig kalt? Ist es egal?

Oder habe ich, wenn ich auch sonst nichts konnte, zumindest ein paar Spuren (Wunden) hinterlassen?

Nagt es an dir?

Das will ich wissen.

Ich will einfach nur wissen, ob du auch schlecht schläfst...

Now playing: Evanescence - Tourniquet
3.2.10 15:03


Ein Zitat

Es gibt keine Persönlichkeit, und sei sie noch so gut und vornehm, die nicht durch Spott zerstört werden kann, und sei er noch so armselig und geistlos.

Mark Twain

4.2.10 02:10


Vergessen

Manchmal kostet mich das Verdrängen fast genauso viel Kraft, wie es die Erinnerung an manche Ereignisse selbst tut.

Und manchmal sagt jemand nur ein falsches Wort und dieses falsche Wort führt zu einem falschen Gedanken in meinem Kopf und dieser falsche Gedanke führt dazu, dass alles wieder da ist. Einfach alles.

Und all die Mühe, all die Anstrengung, all die Kraft, um zu vergessen, verdrängen, verstecken, vor mir selbst zu verbergen, dass passiert ist, was passiert ist, war völlig umsonst. Sinnlos.

Und diese Sinnlosigkeit ist es, die mich um den Verstand bringt, die mir so richtig weh tut.

Ich will nicht mehr denken, denken, denken. Immer nur denken und erinnern und fühlen, immer wieder von vorn.

So hässlich, so nutzlos, so ungeliebt, so egoistisch, so durch und durch abnormal.

Ich möchte Ruhe, ich möchte Stille und vor allem möchte ich Normalität. Nur einmal völlig banale und langweilige Normalität.

Aber ich habe nicht einmal mehr die Kraft, die ich brauche, um meine Scheiß Schein-Normalität aufrecht zu erhalten, diese Fassade, hinter der ich alles versteckt und verdrängt habe, das schmerzt und schreit und weint.

Ich weiß manchmal nicht mehr, wie ich weitermachen soll, wie ich mich noch mehr zusammenreißen soll, den Schein wahren, so tun als ob, funktionieren.

Es funktioniert nichts mehr.

Ich möchte nicht mehr nur verdrängen, ich möchte vergessen, für immer vergessen, so dass alles fort und verschwunden ist.

Es soll einfach nur raus. Raus aus meinem Kopf.

Now playing: Evanescence - Taking Over Me

7.2.10 21:16


Ein Gedanke bleibt

Es ist meine Schuld. Es ist einfach alles meine Schuld. Egal was. Irgendwie habe ich es verursacht.

Das weiß ich.

Now playing: Evanescence - Weight Of The World

8.2.10 03:03


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