Keiner

When you hear me calling, will you be there?
When you see me falling, will you be there?
Will you be there?

(Deine Lakaien - Return)

Keiner von euch ist für mich da gewesen. Keiner.
15.12.10 16:43


116 Tage

Ungefähr seit August habe ich mich nicht mehr selbst verletzt. 116 Tage lang. Bis gestern.

Wenn ich versuche, diese 116 Tage zu bewerten, dann kann ich nur daran denken, dass es 116 schreckliche Tage waren. Ich glaube nicht, dass wirklich mal ein Tag vergangen ist, an dem mir das alles irgendwie leicht gefallen ist. An dem es erträglich gewesen wäre, ich selbst zu sein. Wenn ich versuche, den gestrigen Tag zu bewerten, dann weiß ich nur, dass ich erleichtert bin. Erleichtert und irgendwie auch einfach entlastet.

Mir ging es in den knapp 5 Monaten nicht besser, weil ich mich nicht mehr geschnitten habe. Überhaupt nicht. Eigentlich ging es mir sogar schlechter. Der Druck war immer da, auch der Hass, die Wut und die Schuld. Vor allem die Schuld... Nur wusste ich nicht mehr damit umzugehen. Ich fühlte mich so oft von Emotionen überflutet und auf gewisse Weise auch hilflos. In manchen Situationen konnte ich kaum noch an etwas anderes denken als daran, dass gerade alles zu viel ist.

Schon vor 2 Wochen habe ich mir neue Klingen gekauft und sie mit mir rumgetragen. Einfach nur rumgetragen, um mich nicht mehr so hilflos zu fühlen. Ich könnte es ja tun. Ich könnte. Wieder handlungsfähig sein.

Ist es falsch, so zu denken? Ist es falsch, erleichtert zu sein? Kann ich überhaupt anders denken, wenn es sich doch aber genau so (falsch?) anfühlt?

Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht.

Ich weiß nur, dass ich noch immer keinen Weg gefunden habe, um richtig mit mir umzugehen. Mit meinen Emotionen, meinem Schmerz und dem ganzen Wahnsinn in mir drin. Ich weiß keinen besseren Weg, um die Schuld zu verringern oder den Druck. Keinen, der auch nur annähernd so effektiv ist. Keinen der sich für mich lohnt.

Und ich weiß, dass ich eigentlich auch keine Hoffnung mehr habe, einen anderen Weg zu finden. Solange das Gefühl bleibt, es tun zu müssen, es verdient zu haben, eigentlich noch viel Schlimmeres verdient zu haben, sehe ich keinen Sinn darin, es überhaupt zu versuchen.

Now playing: End Of Green - Sunday Mourning
8.12.10 21:32


Der Maßstab

Es sollte einen Laden geben, in dem Maßstäbe kaufen kann. Zur Orientierung. Maßstäbe, die einem sagen können, was gut und was schlecht ist, was zu viel ist und was zu wenig, richtig und falsch. Und vor allem, wann es endlich genug ist.

Der Maßstab, den ich in mir drin habe, ist ein ziemlich krankes Exemplar. Er reicht unendlich weit nach oben und ist irgendwo in den Wolken mit "perfekt" bezeichnet. Egal wo ich auf dieser ewig langen Strecke einen Punkt markiere, erhält er immer die gleiche Bezeichnung: "nicht gut genug". Was anderes gibt es eigentlich nicht. Und wenn ich nicht aufpasse, dann falle ich ganz schnell ins Bodenlose.

Ich kenne keine Relationen mehr. Ich bin es gewohnt, mich selbst zu verachten. Ich lebe schon so lange mit dem Gefühl, ich müsste von mir immer mehr und mehr und mehr verlangen. Als würde ich immer noch um die Anerkennung von denjenigen kämpfen, die sie mir sowieso nie geben woll(t)en. Ich kann nicht mehr wirklich sagen, wann ich für etwas genug getan habe. Ich weiß nicht, ob ich dumm bin oder nicht. Ich fühle mich immer nur gehetzt, als müsste ich besser sein, mehr wissen, mehr tun, schneller verstehen, länger durchhalten. Bei jedem Vergleich, den ich anstelle, bin ich der Verlierer, in jedem Bereich, in jeder Situation.

Ich würde das gern abstellen. Die Zweifel, das Zögern, vor allem den Selbsthass, wenn ich meinen utopischen Ansprüchen wieder einmal nicht genügen konnte. Manchmal ist es einfach nur anstrengend, dass man nicht zur Ruhe kommen kann, dass man auch aus absolut gar nichts mehr eine Bestätigung gewinnen kann, da es ja sowieso nicht gut genug war.

Und deshalb würde ich mir gern einen Maßstab kaufen. Oder einen Wegweiser. Wenigstens ein Schild, dass mich in die richtige Richtung schickt. Damit ich nicht immer wieder über dem Abgrund schwebe.

Now playing: Sinamore - The Burning Frame
13.9.10 15:13


In meinem Kopf

In meinem Kopf halte ich es im Moment nicht besonders gut aus. Eigentlich schon seit einer ganzen Weile. Ich versuche nicht nachzudenken, versuche es zu vermeiden, dass ich immer wieder ins Grübeln komme und schiebe alles weit weit weg. Manchmal gelingt mir das, dann habe ich einen halbwegs erträglichen Tag. Wenn ich es nicht hinbekomme, bin ich ein ätzendes Nervenbündel, das niemand ertragen kann. Das bin ich meistens.

Ich versuche vor der Realität zu fliehen, was jedoch schwerer ist als man zunächst denkt, wenn einem die Realität letztlich immer wieder ins Gesicht tritt. Es ist einfach zu schnell. Alles passiert zu schnell und jeder Tag zieht an mir vorbei, ohne dass ich irgendetwas tun kann, um ihn noch ein kleines bisschen länger festzuhalten und um die Welt da draußen noch ein kleines bisschen länger von mir fernzuhalten. Ich würde gern anhalten und aussteigen. Nur für eine Minute. Um Luft zu holen. Weil ich nicht atmen kann. Oder weil ich zumindest das Gefühl habe, dass es nicht geht.

Ich hasse das.

Nein, in Wahrheit hasse ich mich. Manchmal glaube ich, irgendwann sollte ich mich mit diesem Hass auseinandersetzen. Aber dann denke ich, dass das keine gute Idee ist, denn dann müsste ich mich mit all den Dingen in meinem Kopf auseinandersetzen und da halte ich es im Moment einfach nicht gut aus.

Ich kann das nicht.

Ich wünschte, ich könnte einfach verschwinden.

Now playing: End Of Green - Sick One
18.8.10 06:20


Albträume

Ich hasse es so sehr, wenn mich Erinnerungen aus meiner Kindheit bis in meine Träume verfolgen. Irgendwelche Konflikte, Eskalationen oder Konfrontationen, die es entweder mal gegeben hat oder die ich nur befürchtete. Manchmal auch alles durcheinander. Am schlimmsten ist es, wenn sich Elemente aus dem jetzt mit den Elementen von damals in den Wirren eines Traumes vermischen. Wo es doch eigentlich so wichtig ist, beides ganz klar voneinander abzutrennen. Weil das damals vorbei ist, es ist vorbei und darf nie wieder kommen.

Aber wenn ich aus einem Traum wie letzte Nacht aufwache, dann fühle ich mich nicht nur müde und zerschlagen, dann fühle ich mich im jetzt auch wieder genauso hilflos und klein, wie damals jeden Tag.

Now playing: Persephone - The Day You Went Away
26.7.10 15:22


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