Ein neuer Versuch

Einen neuen Versuch, den Irrsinn in Worte zu fassen habe ich hier begonnen. Immer noch sehr unregelmäßig, weil es mir unendlich schwer fällt, die richtigen Worte und ausreichend Mut zu finden. Immer noch vollkommen irrelevant, weil es über mich eigentlich nichts besonderes zu sagen gibt. Immer noch düster und irgendwie gestört, weil es in mir kein Stückchen heller geworden ist.

Aber ich bin noch da.

Now playing: The Wounded - Northern Lights
25.1.12 02:30


Nicht reden

Manchmal ist es um so vieles leichter, einfach die Augen zuzumachen. So zu tun, als wäre nichts. Als könnte ich, wenn ich es nur genug versuche, mir einreden, dass alles so ist, wie ich es gerade noch ertragen kann. Und nicht noch mehr und noch mehr und noch mehr. Leugnen, leugnen, leugnen. Und sich weiterschleppen, irgendwie.
Manchmal ist nicht reden das einzige, was ich noch tun kann, um mich weiter aufrecht zu halten. Nicht reden, nicht denken, nicht real werden.

Warum wird gerade an diesem Punkt immer von mir verlangt, dass ich rede? Dass ich ausspreche, was ich nicht ertragen kann? Dass ich real werden lasse, was mir so weh tut, dass ich kaum noch atmen kann?

Ich setze nicht viele Grenzen. Ich bin nicht gut zu mir. Ich weiß weder mit meiner Angst noch mit meiner Überforderung anders als mit Selbstschädigung umzugehen. Ich halte ein mehr als  wackliges Gleichgewicht, weil es das beste ist, was ich kann.

Aber es bricht alles zusammen, jedes Mal, wenn ich gezwungen werde, mich jetzt, sofort, mit dem auseinanderzusetzen, was ich sonst so mühsam verdränge. Ohne dass ich es will, ohne dass es mir was bringt. Nur weil es jemand anderes will. Aus tausend guten Gründen oder auch nur aus einem einzigen.

Und wenn ich dann in den Scherben sitze, soll ich weitermachen, immer weitermachen. Für dich, für mich, für uns. Für die Zukunft und weil es nicht anders geht und weil ich auch keine andere Wahl habe.

Ich kann nicht mehr. Ich will nicht mehr. Und es tut weh.

Now playing: Eisheilig - Kein Land in Sicht
25.6.11 00:27


Lieber tot

Ich fürchte mich so sehr vor dem Leben, dass ich es überhaupt nicht mehr hinbekomme, tatsächlich zu leben. Ich befinde mich nur noch in der Zukunft, bin immer dabei, mich zu sorgen, zu planen, zu fürchten um dann wieder zu verdrängen, bis alles wieder von vorn losgeht. Dabei werde ich das Gefühl nicht los, dass sowieso alles hoffnungslos ist, was die Angst nur noch weiter steigert und steigert und den ganzen Prozess immer mehr vorantreibt.

Die Gegenwart zieht währendessen an mir vorbei und wird bestenfalls ertragen. Als etwas, das leider unausweichlich ist. Als etwas, dem man nicht entkommen kann, egal wie sehr man es sich auch wünscht. Schlimmstenfalls suche ich die Isolation und vermeide alles, was sich irgendwie vermeiden lässt. Ich schließe die Augen, zähle bis zehn und hoffe, ich bin verschwunden.

Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal gut gefühlt habe. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal aufgewacht bin ohne mir zu wünschen, ich hätte es nicht getan. Ich weiß nicht, wann mein Leben das letzte Mal lebenswert war.

Die ganze Zeit ist da nur diese Anspannung, der Druck, die Angst. Ich habe ständig das Gefühl, als müsste ich die Luft anhalten, als dürfte ich nichts genießen, weil der Fall danach nur noch umso tiefer sein würde. Vor mir sehe ich nur die unendlichen Anforderungen, die das Leben an mich stellt, hinter mir sehe ich all meine Unzulänglichkeit, die mich wie eine Wand immer weiter auf den Abgrund zuschiebt.

Und immer wieder dieser eine Gedanke. Eigentlich wäre ich lieber tot.

Now playing: Schock - Am Ende
1.2.11 18:12


Jahresrückblick 2010

Haare länger oder kürzer?
-> Länger. Aber immer noch nicht lang genug.

Mehr Kohle oder weniger?

-> Vermutlich weniger. Siehe nächster Punkt...

Mehr ausgegeben oder weniger?
-> Viel zu viel würde ich vermuten. Ich sollte definitiv an meinen Impulskäufen arbeiten. Ohjee.

Mehr bewegt oder weniger?
-> Der Punkt, an dem man gerne "mehr" schreiben würde, verlangt traurigerweise ein "weniger".

Der hirnrissigste Plan?
-> Die Fantasy-Filmfest-Nights 2010. Es war stressig, es war teuer und die Filme waren schlecht.

Die gefährlichste Unternehmung?
-> Ha. Vermutlich morgens das Haus zu verlassen.

Der beste Sex?
-> Als ob das jemanden was angeht xD

Die teuerste Anschaffung?
-> Ein Crosstrainer... leider konnte man die Disziplin, das Ding auch ausreichend oft zu benutzen nicht mitkaufen -.- Aber gab es nicht sowas wie gute Vorsätze?

Das leckerste Essen?
-> Genau wie letztes Jahr: Nudeln + Salat vom Lieblingsitaliener ^^

Das beeindruckendste Buch?
-> Die "A Song Of Ice And Fire"-Reihe von George R. R. Martin. Ich habe noch nie zuvor eine Fantasyreihe gelesen, die so spannend, so clever, so traurig, so böse, so unterhaltsam, so düster, so umfassend und so genial ist wie diese. Oftmals bemerkt man bei Fantasyreihen ja spätestens nach dem 3. Band einen deutlichen Qualitätsabfall, was hier aber definitiv nicht gegeben war. Atemlose Spannung von Anfang bis Ende. Und immer wieder hat Martin es geschafft, mich zu überraschen. Die Figuren sind unglaublich vielschichtig. Es geht nicht nur um gut und böse, es geht um das dazwischen, die Grauzonen, was das Ganze sehr viel realer, glaubhafter und auch interessanter macht. 2011 werde ich vermutlich mit dem sehnsüchtigen Warten auf eine Fortsetzung verbringen...

Der ergreifendste Film?
-> Sehr gut gefallen hat mir dieses Jahr "Corridor" vom Fantasy Filmfest. Ein Film der sehr viel erzählt über Alleinsein und Einsamkeit, Überforderung, Verzweiflung und wohin Isolation führen kann. Das Grundgefühl des Films kam mir oftmals sehr bekannt vor.

Der mieseste Film?
-> Grundsätzlich muss ich natürlich "Das komabrutale Duell" nennen, wie jedes Jahr, denn es ist wirklich der schlechteste Film, den ich je gesehen habe, der allerallerallerschlechteste.

Daneben gibt es aber noch zwei heiße Titelanwärter:

+ Brotherhood:
Ein Film, der Spannung und Storytwists verspricht, letztlich aber reiner Schwachsinn ist. Ein Haufen Idioten baut Mist und den Rest des Film darf/muss man dabei zusehen, wie sie auf absolut unglaubwürdige Weise alles immer schlimmer machen, damit der Film seine 90 Minuten zusammenbekommt. Der Zuschauer selbst hätte vermutlich schon nach 10 Minuten Laufzeit eine akzeptable Lösung, nein vermutlich fünf Lösungen, für alle Probleme finden können, nicht so die hirnverbrannten Protagonisten! Die drehen völlig ab, entführen jemanden, schlagen jemanden zusammen, von dem sie eigentlich einen Gefallen erwarten und sind sowieso nur damit beschäftigt, ihre story straight zu kriegen.

+ Die Horde:
Ein dämlicher, unsympathischer Zombiefilm ohne Sinn und Verstand mit Figuren, die man nur hassen kann. Absoluter Niveautiefpunkt ist ein widerlicher Fettsack, der vorschlägt einen weiblichen Zombie zu missbrauchen. Krank.

Die beste CD 2010?
-> Ich glaube ich muss an dieser Stelle wieder einmal "Dead End Dreaming" von End Of Green nennen, auch wenn es gar nicht dieses Jahr erschienen ist, aber es ist das Album, was ich immer immer immer hören kann. Egal wie es mir geht, wenn ich dieses Album höre geht danach alles irgendwie ein kleines bisschen besser.

Die schlechteste CD 2010?
-> "High Hopes In Low Places" von End Of Green ist definitiv kein Album das ich schlecht nennen möchte, wirklich nicht. Es gibt ein, zwei Songs, die wirklich überragend sind. Letztlich hat das Album mich aber ziemlich enttäuscht.

Vielleicht weil ich von End Of Green einfach etwas anderes erwartet habe, vielleicht weil die Grundstimmung des Albums sich im Gegensatz zu früheren so arg verändert hat, vielleicht auch, weil mir die neuen Einflüsse absolut nicht passen. Eigentlich hatte ich gehofft, dieses Album als bestes Album 2010 nennen zu können...

Das schönste Konzert?
-> Einzelne Konzerte gab es dieses Jahr überhaupt nicht -.- Zum einen sind nur wenige meiner Lieblingsbands überhaupt getourt, zum anderen haben sich die, die unterwegs waren, selten in unsere Gegend verirrt. Ich hoffe wirklich, dass da nächstes Jahr wieder mehr zu holen ist.

Wunderschön fand ich aber den Auftritt von The Wounded auf dem WGT. Einfach etwas ganz besonderes. Die Chance, die Band live zu sehen ist sowieso sehr rar und es gibt sehr viele Songs, die eine besondere emotionale Bedeutung für mich haben. Weil sie sehr sehr wahr sind, weil sie mir durch schwere Zeiten geholfen haben und weil der Sänger die beste Stimme auf der ganzen Welt hat.

Das schlimmste Konzert?
-> Da gab es so eine jammernde Schreckschraube auf dem WGT, die wir durch Zufall mitbekommen haben. Sie sah aus wie eine Mischung aus Bäckerin und Gespenst o.O"

Und das schönste Festival?
-> Wie jedes Jahr das WGT ^_^" Mehr Auswahl gab es dieses Jahr auch nicht, aber es war auch wirklich sehr schön.

Die meiste Zeit verbracht mit...?

-> ...meinem Liebsten

Die schönste Zeit verbracht mit...?
-> ...meinem Liebsten.

Die schlimmste Zeit verbracht mit...?
-> ...mir selbst und der Angst.

Vorherrschendes Gefühl 2010?
-> Unzulänglichkeit und Verzweiflung

2010 zum ersten Mal getan?

-> Mit meiner Bachelorarbeit angefangen O_O" Und Cocktails gemixt ^^

2010 nach langer Zeit wieder getan?
-> Keine Ahnung. Eigentlich habe ich 2010 gar nichts getan. Das Jahr war total langweilig, ich war total lethargisch und zu deprimiert, um irgendetwas anzufangen -.-

2010 nicht getan?
-> Glücklich werden.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
-> Die Gedanken in meinem Kopf, mein Spiegelbild und mich selbst im Ganzen.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
-> Mich selbst davon, nicht alles hinzuschmeißen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
-> Das Geburtstagsgeschenk für meine beste Freundin. Teuer, aber wunderschön. Ihre Freude war unbezahlbar ^^

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
-> 21 rote Rosen zum 21. Geburtstag.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
-> "Ich liebe dich."

Der süßeste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
-> "Du bist der Glitzer in meinem Leben."

Der schrecklichste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
-> Die schrecklichsten Sachen werden einem nicht ins Gesicht gesagt.

2010 war mit einem Wort...? 
-> Grauenvoll.

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In diesem Sinne wünsche ich all den Gestalten, die diesen Murks tatsächlich bis zum Ende gelesen haben, dass sie 2010 deutlich besser hinter sich gebracht haben als ich. Auch wenn für gewöhnlich alles - und das Leben im Besonderen - immer schlimmer wird, hoffe ich, dass ihr ein wunderschönes Jahr 2011 erleben werdet und ihr mindestens einen Mensch habt, der euch festhält und für euch da ist. Ich denke an euch.

Now playing: Placebo - Song To Say Goodbye
31.12.10 14:54


Der Dezember

Keinem Monat stehe ich so zwiespältig gegenüber wie dem Dezember. Es gibt vieles, was ich am Dezember mag... die ganze Welt ist mit Glitzerlichtern dekoriert, in der Luft liegt ein ganz besonderer Geruch, ich kann endlich wieder Plätzchen backen und trinke pausenlos Tee.

Gleichzeitig ist der Dezember aber auch der Monat, der mir immer wieder so richtig weh tut. Weil es ein Familienmonat ist. Weil man in dieser Zeit so tun soll, als wäre alles normal, als wäre es selbstverständlich, dass man die Feiertage ganz idyllisch im Kreis seiner "Lieben" verbringt, als würde man sich nicht den Rest des Jahres bis auf's Blut hassen und den anderen verletzen wo es nur geht oder ihn gleich völlig ignorieren.

Ich hab versucht, mich damit abzufinden, dass Familie für mich nur Schmerz bedeutet. Meistens kann ich recht gut verdrängen, dass mir etwas fehlt, was mir Halt und Sicherheit gibt. Aber im Dezember ist es immer so schwer, das Fehlen von Familie auszugleichen. Ständig wird man mit dem Idealbild von Familie und Weihnachten konfrontiert, in der Werbung, im Alltag, durch seine Freunde, überall.

Jeder dumme Arsch kann in den Ferien nach Hause zu seiner Familie fahren und jeder dumme Arsch schaut mich dafür komisch an, dass ich es nicht tue. Meistens sind mir die dummen Ärsche egal. Aber im Dezember hasse ich sie. Im Dezember bin ich neidisch auf sie. Im Dezember wünschte ich, dass die dummen Ärsche sich auch einmal so unerwünscht und abgelehnt fühlen müssten wie ich. Oder dass sie wenigstens nicht ständig den Fokus darauf richten würden, dass ich keinen Platz in der Welt habe.

Im Dezember ist einfach so viel an der Oberfläche, was eigentlich ganz ganz weit unten vergraben sein sollte. Und das macht mich fertig.
30.12.10 01:20


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